Blutdoping (EPO)
Künstlichen Erhöhung der Hämoglobinkonzentration im Blut zurück zur Übersichtsseite
Erythropoetin (EPO) ist ein in der Niere produziertes körpereigenes Hormon, das die Bildung roter Blutzellen in den Stammzellen des Knochenmarks anregt. Erythrozyten binden in der Lunge Sauerstoff und transportieren diesen zur Versorgung der Zellen in die verschiedenen Körperregionen wie die Muskulatur. Die EPO-Wirkung bei der Erythrozytenbildung wird verstärkt durch verschiedene andere Hormone, wie zum Beispiel Androgene, Thyroxin und das Wachstumshormon. Aber das mit der Hämatokritwertbestimmung ist so eine Sache. Selbst bei den Wissenschaftlern ist diese Methode umstritten. Schon bei Nichtsportlern schwankt der Hämatokritwert unter Umständen stark, wobei ein Wert von 54 durchaus noch im Normalbereich liegen kann. Zudem ist die Methode nicht gerade sehr sicher, kann man doch den Wert durch kleine Tricks stark reduzieren (ich habe gehört, dass ein Kopfstand – mindestens 15 Minuten lang ausgeführt - beispielsweise den Hämatokritwert kurzfristig um drei Prozent vermindern kann). Die starke Uneinheitlichkeit in den Richtlinien der verschiedenen Sportverbände führt darüber hinaus dazu, dass ein Sportler mit dem Hämatokritwert von 52 im Radsport aus dem Rennen genommen wird, während er im Skilanglauf als "sauber" gilt. Ein maximaler Wert von 50 ist aber auch aus wissenschaftlicher Sicht in jedem Fall zu niedrig, da dann wohl auch unschuldige Sportler bestraft würden.
"Eine Vereinheitlichung der Höchstwerte muss deshalb ein erster Schritt im Kampf gegen EPO sein!"
EPO-Doping ist im Sport überaus verbreitet. Aber der Nachweis ist schwierig, da sich körpereigenes und synthetisches Erythropoetin kaum unterscheiden. Daher suchen die Doping-Fahnder eifrig nach einem geeigneten Verfahren. Die Chemiker wollen versuchen, das gentechnisch hergestellte Präparat anhand geringer Ladungsunterschiede, die es von dem körpereigenen Hormon unterscheiden, zu enttarnen. Diese Substanzen sind eigentlich aber nur im Blut nachzuweisen - Blutabnahmen von Athleten sind aber nicht erlaubt -, denn Peptidhormone sind wesentlich größer als herkömmliche Doping-Mittel und kämen deshalb "zerstückelt" im Urin an.
Wir gehen davon aus, dass über 80 Prozent aller Fahrer im Radsport zu EPO greifen. Bei einigen Spitzenfahrern, die den EPO-Missbrauch sogar zugegeben haben (darunter Alex Zülle der zusammen mit Laurent Dufaux bei der Tour de France 1998 des Dopings überführt und für nur 8 Monate gesperrt wurde - Fr. 3.000 Geldbusse), wird man das Gefühl nicht los, dass sie dafür mit einer besonders kurzen Sperre "Belohnt" wurden. Der Sieger der Tour de France 1998, der italienische Radrennfahrer Marco Pantani, konnte im Rahmen eines Doping-Verfahrens, wo man den Hämatokrit-Wert der Sportler misst (das heißt den Anteil der roten Blutkörperchen am Gesamtblut), schließlich "erwischt" werden. Auch im Skilanglauf wird nach solch einem Verfahren vorgegangen.
Als Pantani dann später beim Giro einen gemessenen erhöhten Hämatokritwertes von 52 - Grenze sind im Radsport 50 - aufwies, wurde er aus "gesundheitlichen Gründen" aus dem Rennen genommen (Begründung: Thrombosegefahr durch die Gefahr der "Blutverdickung"). Er kam mit einer lächerlichen Sperre von 14 Tagen davon. Da die Messung des Hämatokritwertes nicht als gültiger Doping-Test angesehen wird, konnte aus juristischen Gründen leider damals noch nicht mehr gemacht werden. Das schlecht dosierte, oder vom Organismus nicht perfekt aufgenommene EPO stellt eine tödliche Gefahr dar. Es soll sogar schon mal vorgekommen sein, dass Sportler manchmal mehrmals pro Nacht aufgeweckt werden mussten, um sie zum gehen zu bringen, weil die wuchernden roten Blutkörperchen das Blut in ihren Venen zu verklumpen drohten!
Der Kampf gegen Doping scheint solcher Doping-Mittel chancenlos, und im Spitzensport kursieren schon die Mittel der Zukunft, während die Fahnder noch die Nachweismethoden für die Substanzen der Vergangenheit suchen. Das Blut Doping-Mittel EPO, dessen massivem Missbrauch die Profiradler ihre spätestens seit der 98er Tour de France schwer in Mitleidenschaft gezogene Glaubwürdigkeit verdanken, kann bis heute nur indirekt nachgewiesen werden, über den Hämatokritwert, den Feststoffanteil im Blut. Es gibt Mediziner, die im Doping der Zukunft praktisch nichts unmögliches sehen. Alle Möglichkeiten der Gentechnik zuerst im Spitzensport werden in der Zukunft zur Anwendung kommen: Bruchstücke von gentechnisch gewonnener Erbsubstanz, die das Wachstum anregen, werden direkt in jene Muskeln gespritzt, die man vergrößern möchte. Ersatz für die "Modedroge" EPO bietet eine gentechnisch veränderte Art von Hämoglobin. Vorteil: Sie erhöht den Sauerstofftransport im Blut, ohne dass dabei die roten Blutkörperchen vermehrt werden. Die Versuchung ist riesig, denn mit einem einzigen großen Sieg, einem Rekord steigert jeder Sportler seinen Bekanntheitsgrad, staatliche Fördergelder und Marktwert steigen somit beträchtlich. Deshalb gibt es immer wieder irgendwelche - auch Sponsoren - die sich für eine Doping-Freigabe, zumindest für Top-Athleten stark machen. Es scheint so, dass solche Menschen sich einen "Dreck" um die daraus resultierenden Gesundheitsgefährdungen für Sportler scheren.
Erythropoetin (EPO) ist ein in der Niere produziertes körpereigenes Hormon, das die Bildung roter Blutzellen (Erythrozyten) in den Stammzellen des Knochenmarks anregt. Erythrozyten binden in der Lunge Sauerstoff und transportieren diesen zur Versorgung der Zellen in die verschiedenen Körperregionen wie die Muskulatur. Die EPO-Wirkung bei der Erythrozytenbildung wird verstärkt durch verschiedene andere Hormone, wie zum Beispiel Androgene, Thyroxin und das Wachstumshormon.
Seit 1983 ist es möglich EPO synthetisch herzustellen. Erstmals war es damals Wissenschaftlern gelungen, das menschliche Erythropoetin-Gen zu klonieren. Produziert zur Verwendung durch Anämiepatienten wurde EPO zum vermutlich weltweit umsatzstärksten Biotechnologie-Produkt überhaupt. Auch bei Sportlern erfreute sich EPO schnell großer Beliebtheit, lagen doch die Vorteile auf der Hand: Eine durch EPO-Einnahme gesteigerte Anzahl an roten Blutzellen verbessert die Sauerstoffaufnahmekapazität des Bluts und bewirkt im Endeffekt eine Steigerung der Ausdauer. Um es auf eine kurze Formel zu bringen: "mehr Sauerstoff = mehr Ausdauer = bessere Leistung". Der Nachweis von EPO-Doping ist schwierig, da sich körpereigenes und synthetisches Erythropoetin kaum unterscheiden. Doch die Dopingfahnder suchen emsig nach einem geeigneten Verfahren, gilt doch EPO-Doping als überaus verbreitet. Viele Wissenschaftler gehen beispielsweise im Radsport davon aus, dass mindestens 50 Prozent aller Fahrer zu EPO greifen, andere sprechen sogar von 90 Prozent. Einige Spitzenfahrer, darunter der diesjährige Tourzweite Alex Zülle haben den EPO-Missbrauch im Rahmen des letztjährigen Tourskandals sogar zugegeben. "Belohnt" wurden sie dafür mit einer besonders kurzen Sperre. In einigen Sportarten (Radsport, Skilanglauf) misst man deshalb im Rahmen der Dopingkontrollen seit einigen Jahren den Hämatokrit-Wert der Sportler, das heißt den Anteil der roten Blutkörperchen (Hämoglobin) am Gesamtblut. Prominentestes "Opfer" dieser Tests war in diesem Jahr der italienische Radrennfahrer Marco Pantani., Toursieger 1998. Wegen des beim Giro gemessenen erhöhten Hämatokritwertes von 52 - Grenze sind im Radsport 50 - wurde er aus "gesundheitlichen Gründen" aus dem Rennen genommen und mit einer Sperre von 14 Tagen belegt. Begründung: erhöhte Thrombosegefahr durch die "Blutverdickung". Mehr war aus juristischen Gründen nicht möglich, da die Messung des Hämatokritwertes nicht als gültiger Dopingtest gilt.
Die Hämatokritwertbestimmung ist bei den Wissenschaftlern umstritten. Schon bei Nichtsportlern schwankt der Hämatokritwert unter Umständen stark, wobei ein Wert von 54 durchaus noch im Normalbereich liegen kann. Zudem ist die Methode nicht gerade sehr sicher, kann man doch den Wert durch kleine Tricks stark reduzieren - 15 Minuten Kopfstand vermindern beispielsweise den Hämatokritwert kurzfristig um drei Prozent. Die starke Uneinheitlichkeit in den Richtlinien der verschiedenen Sportverbände führt darüber hinaus dazu, dass ein Sportler mit dem Hämatokritwert von 52 im Radsport aus dem Rennen genommen wird, während er im Skilanglauf als "sauber" gilt - die Hämoglobinkonzentration darf bei Männern 18,5g/100ml Blut nicht überschreiten, dies entspricht in etwa einem Grenzwert des Hämatokrit von 54. Eine Vereinheitlichung der Höchstwerte wäre deshalb ein erster Schritt im Kampf gegen EPO. Dabei scheint ein maximaler Wert von 50 aus wissenschaftlicher Sicht in jedem Fall zu niedrig, da dann wohl auch unschuldige Sportler bestraft würden. Das sogenannte "Blutdoping" (Eigenblut-Rücktransfusion) wird in seltenen Fällen in Ausdauersportarten benutzt. Es bestehen erhebliche gesundheitliche Risiken durch Verschmutzung, Verwechslungsgefahr und Schwächung der körpereigenen Abwehr nach Blutentnahme. Neuerdings gibt es auch Versuche der Erhöhung der Hämoglobinkonzentration durch Anwendung von Erythropoetin. Auch dies ist untersagt. Unter pharmakologischen, chemischen und physikalischen Manipulationen wird insbesondere der Versuch verstanden, den Nachweis von Doping zu erschweren, beispielsweise durch Erhöhung des Harnvolumens, durch Einnahme von Harntreibende Mittel oder durch Urinaustausch.
Was ist Blutdoping?
Mit dem Begriff Blutdoping werden Methoden zur künstlichen Erhöhung der Hämoglobinkonzentration im Blut umschrieben. An das Hämoglobin der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) binden in der Lunge Sauerstoffmoleküle, sodass ein Mehr an Hämoglobin zu einer verbesserten Sauerstoffaufnahme führt. Die Ausdauerfähigkeit nimmt zu.
Welche Methoden fallen unter das Dopingverbot? Naheliegenderweise sämtliche Manipulationen mittels Transfusionen: sowohl die Fremdblutspende die sogenannte "homologe Transfusion" (hier besteht zudem das Risiko der Übertragung schwerwiegender Erkrankungen wie AIDS, Hepatitis, einer Tropen- oder Geschlechtskrankheit) als auch die Eigenblutspende die sogenannte autologe Transfusion (hierbei wird dem Sportler mehrere Wochen vor einem Wettkampf Blut entnommen. Der Körper bildet in den darauffolgenden Wochen dieses Blut neu, so dass der Sportler nach der Rücktransfusion des Blutes - oder auch nur der Erythrozyten - für einige Wochen von einer größeren Sauerstoffaufnahme und damit einer besseren Ausdauer "profitieren" kann). Nicht betroffen ist das Höhentraining, bei dem in Höhen von mehreren 1000 Metern trainiert wird. Der dortige geringere Sauerstoffgehalt der Luft veranlasst den Körper, mehr Erythrozyten zu produzieren, um trotz des geringen Sauerstoffangebotes seinen Sauerstoffbedarf decken zu können. Zurück in normalen Höhen vergehen einige Wochen, bevor der Anteil der roten Blutkörperchen im Blut wieder Normalniveau erreicht hat. Die Erhöhung der Erythrozytenzahl im Blut führt allerdings auch zu einer Erhöhung des Feststoffanteils im Blut: es wird dickflüssiger. Damit wächst die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel bilden und Gefäßverschlüsse (Thrombosen) entstehen. Als kritische Grenze wird ein Hämotakrit von 55% angesehen.
Nur wenige Menschen haben einen Wert, der diesem nahe kommt. Bei den meisten liegt er bei ca. 40%. Bei ungenügender Flüssigkeitszufuhr während eines (Ausdauer-)Wettkampfes stillt der Körper seinen Flüssigkeitsbedarf durch Eindickung des Blutes, damit steigt der Hämatokrit. Deshalb wurde der Grenzwert, bei dem Sportler aus medizinischen Gründen vor einem Wettkampf für diesen gesperrt werden, auf einen Hämatokrit von 50% festgelegt - jener viel genannte Wert des EPO-Skandals während der Tour de France 1998.
Bluttransfusionen/Blutdoping---EPO
Während Bluttransfusionen die (HB) unmittelbar erhöhen, erhöht EPO - dem Hauptregulator der Erybildung im Knochenmark- das HB-Volumen allmählich über eine längere Zeit. Die Gabe von rhEPO kann die Leistung sowohl bei anämischen Patienten sowie Gesunden mit zuvor normalen HB erhöhen. Der leistungssteigernde Effekt scheint dabei von der gleichen Größenordnung zu sein wie beim Blutdoping, vorausgesetzt, das HB-Volumen erreicht identische Werte.
So ist es mehr als wahrscheinlich, dass auch EPO in den letzten 10 Jahren bei verschiedenen Sportveranstaltungen zur Leistungssteigerung eingesetzt wurde (34).Da sowohl BD als auch rhEpo die Leistung in Ausdauersportarten zu steigern vermögen, ist es außerordentlich wichtig, dass diese beiden Therapieformen nur bei strenger medizinischer Indikation angewandt werden und nicht bei gesunden Athleten zur Behandlung einer sogenannte "Sportanämie"* zur bewussten Leistungssteigerung. Bei Athleten stellen sowohl BD als auch die Anwendung von Epo den ethisch zu verurteilenden Versuch dar, eine Medizinische Therapie zu benutzen, um sich einen sportlich unfairen Vorteil im Wettkampf zu verschaffen. Diese Verfahren Daher gegen die ethischen Grundsätze sowohl der Medizin wie auch des Sports. Es ist klar. dass sowohl BD wie auch EPO als Gefahr für einen fairen Wettkampf in Ausdauersportarten gelten, vor allem da bis heute keine adäquaten eindeutigen Nachweismethoden für den einzelnen Athleten BD wie auch EPO sind nach den Dopingrichtlinien des IOC, ausdrücklich verboten.
Bluttransfusionen/ Blutdoping (Transfusion und Konservierung des entnommenen Blutes)
Man unterscheidet zwei Arten der Bluttransfusion
- von einem adäquaten Spender
- homologe Transfusion oder Reinfusion von früher entnommenen Blut (autologe Transfusion)
Das Blut wird üblicherweise in einem Kühlschrank (Blutbank,+4 C) oder Auch tiefgefroren konserviert. Bei Aufbewahrung in der Blutbank muss das Blut innerhalb von 4-5 Wochen reinfundiert werden, da die Anzahl lebensfähiger Erythrozyten ständig abnimmt. Wird das Blut unter Anwendung der Glycerin--Gefriertechnik bei -85 C tiefgefroren (1) so kann das Intervall zwischen der Entnahme und Reinfusion auf mehrere Jahre ausgedehnt werden. Vor diesem Hintergrund erlaubt die letztere Methode einen kompletten Ausgleich des HB-Volumens vor der Reinfusion.
Auswirkungen von Blutdoping auf die Leistungsfähigkeit
Die autologe Reinfusion von nur einer entnommenen Bluteinheit konnte keine signifikante Leistungssteigerung bewirken (38).Sprie et al.(36) gaben zunächst 2 Einheiten und etwas später eine weitere Bluteinheit. Verglichen mit der Kontrollsituation stieg die V02-max dabei um 3.9 % bzw. 6,7%.Bei jungen hochtrainierten Sportlern scheint eine lineare Korrelation zwischen (HB) und VO2max bis zu einer (HB) von 20,5 g/ 100 mg zu bestehen ( 12). In Feldversuchen konnte die autologe Reinfusion von 1350 ml Blut (3 Einheiten) 4Wochen nach Phlebotomie die Leistungsfahigkeit von Skilangläufern beträchtlich steigern. Die Zeitverbesserung über 15 km lag bei 5,3 % nach 3 Stunden und bei zwei 3,1% zwei Wochen nach der Infusion ( 4). Ein 10.000 m-Lauf (Leichtathletik) soll nach Reinfusion von 400 ml autologen zuvor eingefrorener Erythrozythen ungefähr 1 min schneller zu absolvieren sein (9). (Bezüglich weiterer Daten siehe Überblick 23).
Direkte Nebenwirkungen von Blutdoping
Bluttransfusionen führen - unabhängig von der Art - zu einem Anstieg der Gesamterythrozytenmasse und damit zu einem Anstieg von HB, HKT und Viskosität. In der Normalbevölkerung (27) und bei Patienten mit primärer Polyzythämie steigt das Risiko eines kardiovaskulären Todes exponentiell mit der HB oder dem HKT. Dabei war das relative Risiko in der Gruppe mit den höchsten Konzentrationen 6-fach hoeher als bei der Gruppe mit den niedrigsten (HB) und HKT-Werten (27).Bei Patienten mit Polyzythämie ist eine erhöhte Viskositat mit einem Abfall der Leistungsfahigkeit verbunden.Trotzdem scheint bei jungen männlichen Athleten (12) die Zunahme des arteriellen Sauerstoffgehaltes zusammen mit peripheren Anpassungen die negativen Effekte einer zunehmenden Viskosität auf die VO 2-max zu Übersteigen (Zumindest bis zu einem Grenzwert der (HB) von 20,5 g/100 ml). BD führt zu einer Zunahme des enddistaliastolischen linksventrikulären Volumens und der Blutviskosität, aber, im Gegensatz zur Anwendung von EPO gibt es keine Anzeichen für eine Erhöhung des Blutdrucks (BP)
Da Erythrozyten eine begrenzte Lebenserwartung haben, führt die Konservierung von Blut zu einem progressiven Abbau der roten Blutkörperchen (Hämolyse) bereits vor der Reinfusion, der unmittelbar nach Infusion aufgrund einer erhöhten Fragilität noch einmal zunimmt. Diese Hämolvse kann einen leichten vorübergehenden asymptomatischen Iktertus hervorrufen. Eine weitere Folge der Infusion hämolysierten Erythrozyten ist die Freisetzung von Eisen, so daß häufiges BD zu einer Eisenüberladung führen kann (30).Homologe Transfusionen können -wenn nicht exakt kontrolliert - mit der Übertragung verschiedener Viren wie Hepatitis, HIV, CMV und -anderer einhergehen. Auch können Unverträglichkeiten verschiedener Art gelegentlich Probleme bereiten. (15). Jede Blutzelle besitzt verschiedene Oberflächenantigene, so daß die Zellen des Spenders sich mit Sicherheit von denen des Empfängers unterscheiden. Glücklicherweise löst die Transfusion von Erythrozyten oder Plasma das fremde Antigene enthält, nur dann eine akute Reaktion beim Empfänger aus, wenn dieser den entsprechenden Antikörper besitzt.
Dabei spielen Antikörper auf Erythrozytenantigene die bedeutendste Rolle bei Bluttransfusionen, da das Volumen der roten Blutkorperchen höher als das anderer Blutzellen ist. Bei einem Patienten unter Bewusstsein löst schon die Übertragung von wenigen ml an AB0 inkompatiblem Blut bereits innerhalb von 1-2 min Symptome aus. Der Empfänger wird unruhig und klagt häufig über Angstzustände und abdominale Schmerzen. Auch werden Hypotonie, Blutungen und Oligurie beobachtet. Inkompatible Blutkörperchen können 30-60 min nach Beginn der Transfusion Fieber hervorrufen, und jedes Blutprodukt, das Plasma enthält, kann eine Urticaria auslösen.Da autologe Transfusionen weder mit der Übertragung von Krankheiten noch mit Unverträglichkeiten verbunden sind, wurde vor allein dieses Verfahren in den Studien der letzten Jahre verwandt.
Eigenblut - Gewinnung und Anwendung
- Was ist Eigenblut?
Als Eigenblut versteht man das patienteneigene Blut, das diesem einige Wochen vor einer geplanten Operation abgenommen und aufbereitet wird, und das wenn notwendig während oder nach der Operation demselben Patienten wieder zurückgegeben wird. Im eigentlichen Sinn ist Eigenblut nicht das gesamte Blut, sondern eine Anreicherung von roten Blutkörperchen (Erythrozytenkonzentrat). - Wofür wird Eigenblut benötigt?
Bei einer Reihe von orthopädischen Operationen, wie Hüftgelenksprothese, gynäkologischen Operationen (Kaiserschnitt, Gebärmutterentfernung) und urologischen Operationen (Prostataentfernung) besteht öfters die Notwendigkeit, dass der Operateur Blut zuführen muss. Der Operateur bevorzugt dabei patienteneigenes Blut (Eigenblut). - Was sind die Vorteile von Eigenblut?
Eigenblut stammt von dem Patienten, dem es in Form von angereicherten Erythrozyten (roten Blutkörperchen) wieder zurückgegeben wird. Unverträglichkeitsreaktionen sind daher nicht zu erwarten und die mögliche Übertragung von Viren und Bakterien wird ausgeschlossen. Bei der Übertragung von Blut von einem anderen Spender (Fremdblut) kann eine Übertragung von infektiösen Krankheitserregern nicht ganz ausgeschlossen werden, obwohl Fremblutkonserven zuerst auf eine Vielzahl von Viren und Bakterien getestet werden, bevor sie zur Transfusion freigegeben werden. - Wie läuft die Eigenblutgewinnung ab?
Der Arzt, der die Operation plant, entscheidet, wie viel Eigenblut für den vorgesehenen Eingriff benötigt wird. Etwa sechs Wochen vor dem Operationstermin wird der Patient von diesem Arzt in die Abteilung für Eigenblutgewinnung des Labor Birkmayer überwiesen. Es wird ein Terminplan erarbeitet, der die Bereitstellung der gewünschten Anzahl von Eigenblutkonserven ermöglicht. Beim ersten Termin im Labor Birkmayer wird der Patient auf seine Spendetauglichkeit untersucht. Ist diese gegeben wird dem Patienten unmittelbar danach erstmals Blut abgenommen. Nur zur ersten Blutspende soll der Patient nüchtern kommen. Der eigentliche Blutspendevorgang dauert höchstens 30 bis 40 Minuten; eine weitere halbe Stunde sollte der Patient nach Beendigung der Blutabnahme noch im Warteraum in Beobachtung verweilen. Für einen Blutspendetermin sollten Sie sich also insgesamt eine Stunde Zeit nehmen. Nach der ersten Blutspende werden weitere Termine zur Blutspende vereinbart, wenn mehr als die beim 1. Termin gewonnene Menge an Blut vom Operateur benötigt wird.Vor der Operation werden die Eigenblutkonserven in das betreffende Krankenhaus geliefert, wo sie für den Patienten bereitstehen. Bevor mit der Eigenblutgewinnung begonnen wird erhält der Patient dieses Informationsblatt sowie Erläuterungen vom blutabnehmenden Arzt und Antworten auf allfällige Fragen. Außerdem erhält der Patient eine schriftliche Einverständniserklärung, und der Patient bestätigt, dass er mit der Eigenblutgewinnung einverstanden ist. Auch wenn er die Einverständniserklärung unterschrieben und dem Arzt abgegeben hat, kann der Patient jederzeit, auch während der Eigenblutgewinnung, sein Einverständnis zurückziehen und die Blutabnahme abbrechen lassen, wenn er dies wünscht.
- Was kostet eine Eigenblutgewinnung?
Die Eigenblutgewinnung kostet dem Patienten nichts. Die Kosten für Eigenblutkonserven werden wie die für Fremdblutkonserven von dem Krankenhaus getragen, in dem der Patient operiert wird. Sollte die Operation jedoch auf Wunsch des Patienten nicht durchgeführt werden, so können die Kosten nicht vom Krankenhaus getragen werden und müssten dem Patienten in Rechnung gestellt werden. Bei unverschuldetem Versäumnis der Operation (z. B. durch Krankheit) empfehlen wir Ihnen, mit dem Arzt, der die Operation durchgeführt hätte, Rücksprache zu halten
Künstliches Blut bald marktreif!
Erstmals hat eine Firma künstliche Sauerstoffträger unter "echten" Produktionsbedingungen hergestellt. Bald soll das synthetische Blut marktreif werden, verkündet die SanguiBioTech AG Witten. Das auf Schweine-Hämoglobin basierende Produkt wurde bereits im Juni 2000 beim Deutschen Patentamt München zum Patent eingereicht. "Wir haben alle Zwischenschritte auf dem Weg zur Herstellung der künstlichen Sauerstoffträger zu einer Produktionskette erbracht", so Bernd Fiedler, Leiter der Entwicklungsabteilung des Unternehmens. In einer nächsten Stufe soll die Herstellung größerer Mengen vorbereitet werden. Fiedler bezeichnet die erfolgreiche Pilotproduktion als Meilenstein für eine industrielle Herstellung von künstlichem Blut.
Bei Tierversuchen haben sich die künstlichen Sauerstoffträger bereits bewährt. Die Einsatzmöglichkeiten des neuen Produkts sind vielfältig, beispielweise in der Notfallmedizin. Das künstliche Blut ist in großen Mengen verfügbar, ermöglicht also Unabhängigkeit von Spenderblut. Auch bei chronischem Sauerstoffmangel von Geweben, wie nach akuten Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder einem Schlaganfall könnte das künstliche Blut eingesetzt werden. In der Krebstherapie ist ein Einsatz als Blut-Additiv (Blutzusatz) denkbar.
Durch verbesserte Sauerstoff-Versorgung von Tumoren wird die Wirksamkeit der Strahlen- und Chemotherapie erhöht. Im kosmetischen Bereich sind Anwendungen in Form von Gelen und Emulsionen zur Regeneration der Haut denkbar. Das Marktpotenzial für den künstlichen Sauerstoffträger ist nach. Angaben des Unternehmens, ein Tochterunternehmen der Sangui BioTech Inc. Santa Ana in Kalifornien, riesig. Allein in den USA wird das Potenzial auf jährlich 1,5 Milliarden Dollar geschätzt.