Blutdoping (EPO)
Wie Mäuse mit einem Hämatokrit von 80% leben zurück zur Übersichtsseite
Physiologisches Institut der Universität Zürich
Zur Untersuchung der Wirkung eines erhöhten Hämatokrits auf die Blutgefäße haben wir das Erbgut einer Maus gezielt dahingehend verändert, dass die Maus übermäßig viel EPO produziert. Unsere transgenen Mäuse haben einen etwa 20 Mal erhöhten EPO-Gehalt im Blut im Vergleich zu den normalen Kontrolltieren..
Dieser erhöhte Gehalt führt zu einer massiv gesteigerten Erythrozyten-Produktion, zu einer Verdoppelung des Blutvolumens und zu einem Anstieg des Hämatokrits von rund 42% auf etwa 80%. Unerwarteter weise führt dieses visköse Blut weder zu einer Hypertonie noch zu Blutgerinnseln. Die Untersuchung dieser Mäuse ergab, dass die Blutgefäße der transgenen Mäuse stark erweitert sind. Wir konnten feststellen, dass die Produktion und Stickstoffmonoxid in den endothelialen Zellen stark erhöht ist. Blockiert man die NO-Produktion, so können unsere Tiere nicht mehr adaptieren. Insgesamt lieferten diese Beobachtungen den Beweis, dass NO eine schützende Rolle im lebenden Organismus ausübt.
Es lag auf der Hand, ebenfalls die sportliche Leistung unserer Maus mit einem Hämatokrit von 80% zu bestimmen. So wurde die Schwimmgeschwindigkeit der Tiere zwei Minuten lang in digitalisierter Form aufgenommen. Im Vergleich zu den wildtyp Kontrollgeschwistern konnten die transgenen Tiere während 40 Sekunden mithalten. Danach aber nahm die Schwimmleistung rapide ab. Wir vermuten, dass hohe Viskosität des Blutes den Transport in den Blutgefäßen zu stark beeinträchtigt. Trotz der hohen Sauerstofftransportkapazität ist also die sportliche Leistung der Tiere massiv eingeschränkt.
Quelle: www.dopingnews.de/Erythropoetin.html