Stimulanzien
Wirkung auf Kreislauf & das zentrale Nervensystem zurück zur Übersichtsseite
- Amfecloral
- Amfepramon
- Amphetaminil
- Amineptin
- Aminorex
- Amiphenazol
- Amphetamin
- Bamethan
- Bemegrid
- Benzphetamin
- Benzylephedrin
- ß2-Agonisten
- Bupropion
- Cafedrin
- Cathin
- Chlorphentermin
- Cinnamedrin
- Clobenzorex
- Cloforex
- Clorprenalin
- Clortermin
- Kokain
- Coffein
- Cropropamid
- Crotetamid
- Cyclopentamin
- Dexamphetamin
- Dextrofemin
- Dimetamphetamin
- Doxapram
- Ephedrin
- Etafedrin
- Etamivan
- Etilamphetamin
- Etilefrin
- Famprofazon
- (Fenalcomin)
- Fenbutrazat
- Fencamfamin
- Fencamin
- Fenetyllin
- Fenfluramin
- Fenoterol
- Fenozolon
- Fenproporex
- Furfenorex
- Gepefrin
- Heptaminol
- Hydroxyamphetamin
- Hydroxyephedrin
- Isoetarin
- Levamphetamin
- Levofacetoperan
- MDMA (Ecstasy)
- Mefenorex
- Mephentermin
- Mesocarb
- Metamfepramon
- Metaraminol
- Methamphetamin
- Methoxyphenamin
- Methylephedrin
- Methylphenidat
- Nikethamid
- Norfenefrin
- Octopamin
- Ortetamin
- (Oxyfedrin)
- Pemolin
- Pentetrazol
- Pentorex
- Phenatin
- Phendimetrazin
- Phenmetrazin
- Phentermin
- Phenylephrin
- Phenylpropanolamin
- Pholedrin
- (Prenylamin)
- Prolintan
- Propylhexedrin
- Pseudoephedrin
- Pyrovaleron
- Racefemin
- Selegilin
- Strychnin
- Synephrin
- Tinofedrin
- Tranylcypromin und verwandte Verbindungen
Stimulanzien - die "Klassischen Dopingmittel"
Mit Aufputschmitteln in den Tod ! Von Jörg D. Börjesson
Stimulanzien sind Substanzen, die auf das Zentralnervensystem (ZNS) und den Kreislauf einwirken. Ziel ist eine positive Beeinflussung der Stimmung und vor allem des körperlichen Leistungsvermögens. Euphorie, erhöhte Aggressivität, eine Erweiterung der Atemwege und die Herauszögerung der Ermüdung zählen im Sport zu den erwünschten Effekten bei Verwendung dieser Dopingmittel. Zu den bekanntesten Vertretern der Stimulanzien, die umgangssprachlich auch pauschal als "Aufputschmittel" bezeichnet werden, zählen Amphetamin, Coffein und Ephedrin. Gerade das Ephedrin ist in vielen eigentlich harmlosen Grippe- und Schnupfenmitteln enthalten. Die Einnahme solcher Mittel während sportlicher Wettkämpfe hat unweigerlich eine positive Dopingprobe zur Folge, lassen sich die Stimulanzien doch problemlos im Urin nachweisen.
Zu den unerwünschten Nebenwirkungen einer Stimulanzieneinnahme zählen Angstzustände, Panik, Depressionen, Bluthochdruck, Herzschädigungen sowie eine stark erhöhte Reizbarkeit. Die besondere Gefahr für die Athletinnen besteht allerdings darin, dass die Ermüdungssymptome des Körpers bei extremen Belastungen nicht mehr bemerkt werden und es zum plötzlichen Kollaps kommt. Viele Todesfälle im Spitzensport sind auf diesen Umstand zurückzuführen
Dopingfälle nur noch aus "Unkenntnis"
Die Stimulanzien wie Amphetamin oder Ephedrin, heute auch als "klassische Dopingmittel" bezeichnet, dominierten die Szene bis etwa Mitte der 70er Jahre sehr stark. Viele Todesopfer in der Sportwelt, beispielsweise im Radsport oder Boxen, gingen auf ihr Konto. Durch die verbesserte Analysetechnik und die damit verbundene problemlose Nachweisbarkeit im Urin nach dem Wettkampf sank die Bedeutung dieser Dopingmittel Anfang der 70er Jahre innerhalb kurzer Zeit sehr stark.
Heutzutage sind positive Dopingfälle aufgrund der Einnahme von Stimulanzien die absolute Ausnahme. Sie sind eher auf Unkenntnis oder Dummheit bei der Einnahme von "Schnupfenmitteln" zurückzuführen als auf einen konkreten Dopingversuch. Meist treten Dopingfälle nämlich gerade dann auf, wenn Sportler sich ohne Konsultation eines Arztes selber Medikamente verordnen ohne sich über deren Inhaltsstoffe im Klaren zu sein.
Die früher häufig zu beobachtende Einnahme von Amphetaminen hat zu einigen schwerwiegenden Zwischenfällen bis hin zu Todesfällen geführt. Aufgrund der deshalb eingeführten strengen Kontrollmaßnahmen spielen sie in der Bundesrepublik heute keine wesentliche Rolle mehr. Da Substanzen aus dieser Klasse zum Teil in Husten-, Schnupfen- oder Kreislaufmitteln enthalten sind, sollten solche Medikamente mindestens drei Tage vor dem Wettkampf abgesetzt oder bei weiterbestehender dringender Indikation durch andere Medikamente ersetzt werden. Besonders betrifft dies das Ephedrin, das auf den Doping-Listen steht und wiederholt zu positiven Nachweisen geführt hat. Alternativ können manche Beta-Rezeptoren-Stimulatoren eingesetzt werden (Salbutamol, Terbutalin), nicht allerdings das Fenoterol, bei dessen Abbau Adrenalinabkömmlinge entstehen, die den Doping-Nachweis positiv werden lassen. Auch Koffein steht auf der Doping-Liste des IOC. Die festgesetzte Höchstmenge von 12 ug/ml Urin wird im allgemeinen selbst bei erheblichem Kaffeegenuss nicht erreicht, sondern nur durch entsprechende koffeinhaltige Medikamente.
Amphetamine schädigen das Hirn
Methamphetamin, in der Drogenszene auch als Speed bekannt, bremst langfristig kognitive Fähigkeiten. Betroffen hiervon sind sowohl motorische als auch kognitive Funktionen. Die Veränderungen in zwei Hirnregionen lassen sich sogar bei Menschen nachweisen, die schon seit mindestens einem Jahr keine Drogen mehr nehmen. Das beobachteten Forscher des Brookhaven National Laboratory, USA.
Speed ist eine Mischung der beiden vollsynthetischen Aufputschmittel Amphetamin und Methamphetamin. Im Gegensatz zu Kokain, das lediglich die Wiederaufnahme der Botenstoffe in die präsynaptische Nervenzelle hemmt, stimuliert es die Freisetzung von Noradrenalin und Dopamin in den synaptischen Spalt. Die Betroffen bekommen ein gesteigertes Selbstbewusstsein und sind angeblich wesentlich aufmerksamer, während Schmerz, Hunger und Durst völlig ignoriert werden.
Wissenschaftler vom Brookhaven National Laboratory, USA, untersuchten den Zusammenhang zwischen Dopaminrezeptoren und motorischen und kognitiven Leistungen von 15 entgifteten ehemaligen Süchtigen und 18 Abstinenzlern. Hierzu verabreichten sie ihren Probanden eine radioaktiv markierte Substanz die spezifisch an den Rezeptor bindet und beobachteten die Signale per Positron-Emissions-Tomographie (PET). Die Stärke des Signals korrelierte mit der Menge der vorhandenen Rezeptoren. Zusätzlich testeten sie Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Motorik der Probanden.
Bei den ehemals Abhängigen fanden die Wissenschaftler niedrigere Konzentrationen von Dopamin-Rezeptoren in zwei Regionen des Stratium, der zentralen Schaltstelle motorischer Impulse. Außerdem waren ihre motorischen Fähigkeiten verlangsamt und die Gedächtnisleistung beeinträchtigt.
In einer zweiten Studie untersuchten die Forscher anhand des Glucosestoffwechsels nach funktionellen Veränderungen im Gehirn. Im ZNS der ehemals Süchtigen war die Stoffwechselaktivität um 14 Prozent erhöht. Die Forscher führen das auf entzündliche Vorgänge in den Hirnregionen zurück und bescheinigen Speed eine besonders hohe Toxizität.
Ihrer Meinung nach dokumentieren die physiologischen Veränderungen sowie der Verlust von motorischen und kognitiven Leistungen eindrucksvoll die negativen Effekte von Amphetamin auf das menschliche Gehirn. Und diese seien noch lange nach dem letzten Drogenkonsum zu beobachten.
Quelle: pharmazeutische Zeitung / GOVI-Verlag