Erst Dopingkonsument jetzt deutschlands einziger antidoping-aktivist.

Dopingprävention in (Berufs)- Schule, Jugendclub/zentrum, Fitnessstudio, Universität.

1985:  Nach einem Jahr regelmäßigem Training begann sich Jörgs Körper in eine athletische Figur zu wandeln. Der Asthmatiker schien schien angekommen. Jörg hatte seine Sportart gefunden. Nur wenige Monate nach diesem Foto (Quelle: "Athletik 2000") sollte sich aber alles ändern. Jörg trifft sein damaliges IDOL...?

Sommer 1985: Jörg begegnet sein vermeintliches IDOL im "Athletik 2000". Erst später dann wird dieser sein Doping-Dealer. 

1986: Die Inhaber Paul & Josef von "Athletik 2000"  (Dorsten-Wulfen) melden Jörg bei der Essener Newcomer-Meisterschaft an. Ihr Ziel: Werbung für das Studio! Über ein Jahr war schon vergangen, als der IFBB Profi Bodybuilder in der Umkleide Jörg die ersten Leistungsförderer mit den Worten gab: "Hier, versuche mal, vielleicht kannst Du so schneller Deine Ziele erreichen?" Jörg erinnerte sich später daran, dass diese Pillern so harmlos aussahen. Dagegen waren die klotzigen Aminosäuren-Tabletten, die er schon ab und zu vor dem Training zu sich nahm, viel "gefährlicher" aus. Mit dazu kam, so sagt der Antidoping-Aktivist heute, dass dieser IFBB Profi halt auch kein "dreckiger Dealer von der Straße war". Alles hatte einen Anstrich von Legalität. Und sein damaliges, vermeintliches IDOL sah mit seinen großen Brustmuskeln nicht gerade krank aus. Und auch heute noch sagt Börjesson: "Vom Typ her war er wirklich in Ordnung !"

Mitte der 1986er Jahre war die anfängliche Wirkung dieser "Wunderpillen" natürlich längst verpufft. Die Motivation, der Antrieb zur körperlichen Höchstleistung aber, ausgelöst durch die persönliche Begegnung mit dem Profi Bodybuilder, lief aber weiterhin auf Hochtouren. Und dann kam es zur Preisverleihung bei der Essener Newcomer Meisterschaft.

Fast so wie unter Schockstarre, so Jörg weiter, kam er sich vor, als er den glänzenden Pokal aus der Hand seines damaligen IDOL nahm (s. Bild unten). 

Märkischer Kreispokal 1987: Jörg ist nicht mehr zu stoppen! Seine Schwachpunkte hatte er längst analysiert. Im Zuge dessen, hatte er hart an seine Beinmuskulatur gearbeitet.  Dopingkontrollen sind in den 1980er Jahren auch gerade bei diesen regionalen Meisterschaften kein Thema und von daher, kommt auch Jörg es überhaupt nicht in den Sinn, sich Gedanken über irgendwelche "Pillchen" oder autonome Treffen zu machen.

3. Platz. war das Ergebnis dieser zweiten Meisterschaft. Und somit hatte der frühere Asthmatiker, und immer als "Sportversager" verspottete, mehr erreicht, als er sich vorher hat erträumen lassen. 

Da waren aber noch diese ständigen Anrufe. Fast regelmäßig kam es so zum telefonischen Austausch mit dem Doping-Dealer. Über seine Treffen in der Nähe der Autobahnzubringer (A31) Richtung Recklinghausen sprach er mit niemanden.  Und das hatte ihn auch der skrupellose Doping-Dealer immer wieder gesagt:

"Du bist der Beste im Studio, Jörg. Nur Dich will ich etwas unterstützen."

Ende der 1980er Jahre: Immer öfter traf Jörg sich mit dem Doping-Dealer. Noch 1987 wurde dieses "Muskelwunder" sogar noch IFBB-Weltmeister im Profi Bodybuilding. Der damalige Austragungsort war die Hauptstadt von Japan. Und dort fanden sogar die ersten Dopingkontrollen statt. Nicht wie im herkömmlichen Sinne, mit Urin- oder gar Blutproben, sondern mehr nach der Optik. Hatte ein Teilnehmer offensichtlich Narben durch eine Brustdrüsenoperation, war seine Disqualifikation schon sicher. Überdimensionale Muskelmasse war hingegen kein Garant um die Bühne zu verlassen. Später sprach die breite Öffentlichkeit von einer Farce. Nichtsdestotrotz, hatte Jörgs "Förderer" diese hochkarätige BB-WM im Schwergewicht gewonnen. Jetzt würde er seinen Traum wohl wahr machen, dachte Jörg damals. Denn immer wieder erzählte er bei den heimlichen Treffen, dass sein Auswanderungsziel L.A. wäre. Dort würde er gerne mit seiner Verlobten sich eine großen Zukunft aufbauen. Und dann später vielleicht sogar noch  bei der renommiertesten BB-Veranstaltung  teilnehmen: Mt. Olympia!                                                                      Jörg mochte ihn. Er war Smart und sehr Selbstbewusst. Alles das, was er zu dieser Zeit längst nicht war. Viel später erst begann seine Maske zu bröckeln. Und sein egoistischer, eiskalter Charakter bekam Jörg hart zu spüren. Zunächst aber, bekam Jörg nur Komplimente. Der Anfang 20jährige fühlte sich auf der sicheren Seite. Schließlich war dieses "freundliche Muskelpaket" kein dreckiger Dealer von der Straße. Ganz im Gegenteil ! Immer modisch gekleidet kam der 2 Meter daher, und auch sein schwarzer Benz beeindruckte ungemein.  Es war der Anfang einer verhängnisvollen Beziehung und der Beginn einer beispiellosen   "Metamorphose"  (...)

 

 

Februar 2002: Jörg mit fatalen Doping-Nebenwirkungen. Verzweiflung machte sich langsam aber sicher damals breit. 

Doch dann die Erlösung:

Über die Vereinigung der plastischen Chirurgen (VPC) bekommt Jörg einen Tipp. Der erfahrene plastische Chirurg aus Syrien     Dr. R . YOUSEF soll es richten.

Die Operation beginnt. Die Brustwarze von Jörg wird praktisch "aufgeklappt".

...über 400 Gramm..!

2002: St. Elisabeth-Krankenhaus (Recklinghausen/Süd) "dahin  gestreckt" liegt Jörg auf dem Operation-Tisch. Nur ein Laser konnte das verhärtete Gewebe in einer mehrstündigen Operation heraus trennen. Operateur  war der renommierte Chirurg  Dr. A. R. Yousef leistete großartige Arbeit. Bis zu 400 Gramm zerstörtes Brustdrüsengewebe wurde aus Jörgs Oberkörper heraus getrennt. Durch jahrelanger Missbrauch von männlichen Hormonen (Testosteron), hatte der Organismus begonnen, weibliche Hormone zu produzieren (Östrogene).

Alles wurde von Jörg so lange verdrängt, bis die Form eines "weiblicher Busen" zu erkennen war (B-Körbchen) . Ein Schlüsselerlebnis brachte die Wende, für den dreifachen Vater. Der damals vierjähriger Sohn sagte nach dem Baden zu ihm:

 

"Papi, bist Du ein Mann

oder eine Frau?"

 

 

Frühjahr 2002: Jörg beginnt, und das nur Wochen nach der OP, mit seiner bis heute beispiellosen Dopingprävention. Erste Zielorte: Kölner Jugendzentren/Clubs in Brennpunkte wie Ostheim, Chorweiler, Bilderstöckchen.

Klartext  in einer Marler Gesamtschule ! 

Jörg Börjesson: "Nicht perfektes  Aussehen oder eine sportliche Höchstleistung zählt, sondern Handeln und Menschlichkeit!"

 

(Unten)

Wolfgang-Borchardt Gesamtschule, Gelsenkirchen

Jörg Börjesson zusammen mit  Olympia Silbermedaillengewinner im Zehnkampf

Frank Busemann.